auch in Wasserenthärtern und entfernt Kalziumionen aus Wasser oder Schmutz . Im Futter soll es durch Bindung von Kalzium Zahnsteinbildung vorbeugen. Aber: durch eine mögliche Überdosierung von Natriumtriphosphat kann es zu einer übermäßigen Kalziumbindung kommen und damit auf Dauer zu einer Störung im wichtigen Kalzium- Phosphorhaushalt.

Borretschöl: Hunde und Katzen können Linolsäure ( enthalten zum Beispiel in Fleisch , Eigelb und hochwertigen Ölen) nicht selbst herstellen. Sie muß also über die Nahrung zugeführt werden und ist damit essentiell. Der Hund aber kann nun aus Linolsäure enzymatisch über die Zwischenstufe

y-Linolensäure die weiter für den Stoffwechsel wichtige Arachidonsäure ( enthalten in Fleisch und tierischem Gewebe) synthetisieren. Die Katze nicht. Aufgrund einer zu geringen Enzymaktivität in der Leber ist ihr das nicht möglich. Daher muss ( müßte) der Katze sowohl Linol- als auch Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt werden. Kann dies durch die im Fertigfutter enthaltenen

Inhaltsstoffe, zum Beispiel minderwertige Fleischquellen oder unzureichender Fleischanteil, nicht gewährleistet werden, kann Borretschöl zum Einsatz kommen. Es enthält die Zwischenstufe

y-Linolensäure, aus der die Katze dann wiederum Arachidonsäure herstellen kann. Ungesättigte Fettsäuren wie die erwähnten spielen unter anderem eine große Rolle bei der Gesundheit von Haut, Fell und Haaren und Arachidonsäure selbst ist Ausgangssubstanz von zahlreichen Stoffwechselvorgängen.

Tagetesextrakt:

ist „luteinreich", heisst es da in der Deklaration von Royal Canin Calm. Tagetes kennt man als gelb- oder orange blühende Blume auch unter dem Namen Studentenblume. Lutein ist ein natürlicher Farbstoff, der auch in Lebensmitteln zugelassen ist. Lutein stammt aus der Gruppe der Carotinoide. Weitläufig bekannt ist hier das ß-Carotin. Es ist vorwiegend in Karotten enthalten und bildet die Vorstufe zu Vitamin A. Der Hund wiederum kann aus dieser Vorstufe Vitamin A selbst herstellen. Die Katze nicht und ist daher angewiesen auf Zufuhr von außen über die Nahrung.

Als Vitamin A- Quelle in erster Linie dient hier Tagetesextrakt sicherlich nicht. Eher als Färbemittel für das Futter. Schließlich isst das Auge ( des Halters) mit. Es klingt halt nach-Kräuter/Pflanze. Und damit nach „gesund".

Futtermitteldeklarationen können einem schon erscheinen wie ein Buch mit sieben Siegeln und man hat bisweilen den Eindruck, als müsse man erst einmal Ernährungswissenschaften studieren, um das verstehen zu können. Beabsichtigt? Mal ehrlich. Wer liest das? Doch wirklich nur die Hartgesottenen , die es wirklich wissen wollen oder diejenigen, die sich berufsbedingt damit beschäftigen.

Seitdem die Futtermittelindustrie diesen enormen Markt für sich entdeckt hat, suggeriert sie dem Tierhalter, er selbst sei nicht in der Lage, diese vermeintlich schwierige Aufgabe der Ernährung des eigenen Tieres zu übernehmen und nach jahrzehnterlanger Vorbeterei , Werbemanipulation und Panikmache durch Tierärzte, die größte Übel prophezeihen, wenn nicht dieses oder jenes Futter und zwar ausschließlich gefüttert würde - glaubt es der Tierhalter inzwischen tatsächlich selbst und gibt die Eigenverantwortung für sein Tier bereitwillig ab in diese übermächtigen Hände.

Die meisten industriell hergestellten Futtermittel sind nichts anderes als erst durch Erhitzung, Denaturierung und sonstiger technischer/ technologischer Verfahrensweisen „abgetötete" Nahrungsbestandteile, die dann entsprechend wieder zusammengesetzt und durch Beigabe etlicher Zusatzstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe etc. künstlich wieder „zum Leben erweckt" werden.

Trockenfutter insbesondere ist – tot. Es ist tote Nahrung. Das einzige, was in diesem Futter noch lebt, sind die Futtermilben .

Nachdem also die gesamte Palette an möglichen Krankheiten bei Hund und Katze inzwischen durch das entsprechende Futter angeblich behoben oder zumindest positiv beeinflusst werden kann - so

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