Stoffwechselbestandteilen.

Bei den in der Plaque lebenden Bakterien handelt es sich um solche, die Kohlenhydrate verstoffwechseln. Das Produkt aus dieser Verstoffwechselung erzeugt einen niedrigen pH-Wert, der die Demineralisation und damit Zahnsteinbildung fördert.

Das heißt nun: das Trockenfutter soll einerseits der Entstehung von Plaque , welche zur Zahnsteinbildung führen kann, durch Natriumtriphosphate und damit Kalziumbindung entgegenwirken. Fördert aber gleichzeitig durch den viel zu hohen Getreide- und Kohlenhydratanteil die Stoffwechselprodukte der in der Plaque lebenden Bakterien.

Die angeblich mechanische Abriebwirkung auf den Zahnstein, die dem Futter zugeschrieben wird, hebt sich durch gleichzeitige Förderung der Plaque also auf.

Die Virulenz , also krankmachende Eigenschaft der Plaquebakterien selbst ist gering. Problematisch aber kann es werden, wenn das physiologische Gleichgewicht der Mundflora durch deren Überhandnahme gestört wird und im Organismus immunologische Reaktionen hervorruft- also eine körpereigene Abwehrreaktion gegen diese Bakterien. Etliche Zahnerkrankungen sind immunologisch, also durch eine gestörte Immunabwehr oder durch eine überschießende Immunreaktion bedingt. So zum Beispiel FORL (feline odontoklastische resorptive Läsion) bei der Katze . Eine der schmerzhaftesten Zahnerkrankungen überhaupt . Was genau auslösend ist für diese Krankheit ist nicht bekannt, aber beteiligt am Geschehen ist oft/meist eine immunologische Überreaktion, die zu einer Vermehrung von Odontoklasten ( = Zellen, die die Zahnsubstanz abbauen) führt.

Wenn also übermäßige bis ausschließliche Trockenfutterfütterung zu einer gestörten Immunabwehr führen KANN, so darf man sicher den Verdacht hegen, dass eine solche auch bei der Entstehung von FORL ebenso eine Rolle spielen KANN oder diese zumindest begünstigt.

Die Deklaration auf einem Futter gibt keine Auskunft über die Qualität des Futters selbst und seiner Inhaltsstoffe. Eine sehr ausführliche Deklaration mag dazu verleiten, dies irrtümlich anzunehmen.

Der Vollständigkeit halber und nicht etwa, weil es Royal Canin Calm als Futter besonders „auszeichnet" oder nur in diesem vorkommt , möchte ich auf einige Bestandteile noch eingehen. Zumal diese Bestandteile sich meist in allen gängigen Trocken- und auch Dosenfuttersorten regelmäßig wiederfinden.

Royal Canin Calm enthält unter anderem:

Reis: Getreide, eine Kohlenhydratquelle. Die Auflistung in der Deklaration erfolgt stets anteilmäßig abnehmend. Das heißt, Reis steht an erster Stelle und macht damit den größten Anteil des Futters aus. Man erinnere sich dann, dass der Hund ein Carnivor, bzw. ein Beutetierfresser und die Katze ein reiner Carnivor ist. Somit also sollte Fleisch Hauptbestandteil der Nahrung sein und nicht Getreide.

Hier gleich ein Wort zum Getreideanteil im Futter :

meist fehlt eine Angabe des Getreidegesamtanteils . Falls angegeben, findet sich diese in der Durchschnittsanalyse als NfE bezeichnet.

Nfe bedeutet Stickstoff (N)- freie (f)- Extrakte ( E) und steht für die Summe der enthaltenen Kohlenhydrate. Fehlt die Angabe der NfE, kann dies über die deklarierten Bestandteile „Rohprotein (Rp), Rohfett (Rfe), Rohasche (Ra) und Rohfaser (Rfa)" selbst berechnet werden.

Hierzu gibt es eine Formel:

NfE= TS (Trockensubstanz) – Rp-Rfe-Ra-Rfa

(Quelle: „ Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis, Dr. med.vet. Natalie Dillitzer, Seite 59)

Die Trockensubstanz ( TS) ermittelt sich aus „100 % - Feuchtigkeitsgehalt „des Futters. Enthält ein Futter mehr als 14 % Feuchtigkeit, muß dies deklariert werden. Fehlt die Angabe, geht man von

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