Beschäftigung und (vermeintliche) Aufgabe komplett überdreht und wegen Ungestümtheit und überschäumender Energie fast nicht mehr zu halten ist . Der Hund, der es eigentlich lieber gemächlich mag und mit Herrchen/Frauchen zum Agility muß, weil sein Mensch Bewegung braucht. Das neue Familienmitglied, das den Hund in Verwirrung stürzt bezüglich seiner veränderten Rangposition usw.

Für derartige und ähnlich gelagerte Problematiken aus dem Bereich der Verhaltensstörung, bzw. Verhaltensauffälligkeit bietet also nun Royal Canin mit der Futtermarke „Calm" (calm, engl.:ruhig, still, gleichmütig) die vermeintliche Lösung.

Unter: http://www.royal-canin.de/hund/produkte/beim-tierarzt/vet-diet/calm.html

und unter:

http://www.royal-canin.de/katze/produkte/beim-tierarzt/vet-diet/calm.html

finden sich jeweils für Hund und Katze die Produktbeschreibungen online und weitere Informationen als PDF-Dateien.

Dieser Artikel nun dient der näheren Betrachtung dieses Futters und seiner Zusammensetzung und räumt offen Bedenken ein hinsichtlich ernährungsphysiologischem Wert und möglicher psychischer Auswirkungen auf das Tier, vor allem bei längerer Anwendung/ Fütterung. Über Futterdeklarationen im allgemeinen und Ernährung von Hund/ Katze im speziellen könnte man Bücher schreiben, bzw. es gibt sie ja bereits in Hülle und Fülle - daher hier nur ein kurzer Einblick, ein Blick auf einzeln herausgenommene, in den Focus gestellte Aspekte.

Denn: es wird sich zeigen, dass mit diesem Futter „ Royal Canin Calm" dem Halter die Möglichkeit gegeben wird, seinem Hund/ seiner Katze täglich und auch langfristig „Medikamente" über das Futter zu verabreichen, bzw. Stoffe, die in humanen Medikamenten, hier in Psychopharmaka, enthalten sind, statt dass dies ausschließlich nach medizinischer Indikation erfolgt und wenn dann unter tierärztlicher Kontrolle. Wobei hier gleich erwähnt werden muss, dass dieses Futter , welches noch dazu wieder mal sehr teuer ist, ausschließlich über Tierärzte in deren Praxen zu beziehen ist und man sich durchaus fragen darf, ob der Verkauf an den Tieralter wirklich einzig und allein aufgrund der Indikation erfolgt oder nicht doch etwa aus Gründen der Aufrechterhaltung eines lukrativen Nebenerwerbs, den der praxisinterne Verkauf von Futter unleugbar darstellt. Tierärzte, die in ihrer Praxis Futtermittel verkaufen, bieten in der Regel nur Marken EINES Herstellers an. Man darf hier also getrost über mögliche Firmenbindungen spekulieren und auch anzweifeln, dass eine notwendig erscheinende Ernährungsberatung wirklich neutral, bzw. unabhängig von einer bestimmten Marke erfolgt.

Bei der Produktbeschreibung nun von Royal Canin Calm für den Hund ist unter obigem Link bei „Indikationen" folgendes zu lesen:

Für Hunde <15 kg" .

Warum diese Gewichtseinschränkung, wird nicht weiter ausgeführt. Dasselbe Futter für Hunde > 15 kg findet sich nämlich nirgendwo. Können nur kleine/mittlere Hunde unter Stress leiden? Ist ein eher gemütlich wirkender Bernhardiner etwa stressresistent?

Hunde < 15 kg können also über dieses Futter „medikamentös" behandelt werden. Hunde > 15 kg müssen sich offensichtlich irgendwie anders behelfen, bzw. deren Halter. Hunde, die aus dieser Gewichtseinschränkung heraus fallen, müssen sich demnach also an zum Beispiel widrige Lebensumstände, die den Stress auslösen, anpassen, während man die kleineren per Futter in die Gleichgültigkeit schicken kann?

Weiter heißt es unter „Indikationen": „für Hunde ab 10 Monaten" .Wobei hier die erste Unstimmigkeit auftritt, denn unter „Gegenanzeigen" liest man: „ Nicht für wachsende Hunde". Hunde wachsen je nach Rasse bis zu einem Jahr und sind dann erst voll ausgereift.

Für die Katze wird das Futter ab 6 Monaten empfohlen. Auch eine Katze ist in diesem Alter nicht ausgewachsen und fällt daher eigentlich in die Kontraindikation: „ Nicht bei wachsenden Katzen".

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