Entwurmungen

 

 

Würmer sind ohne Frage nicht nur eklig, sie können auch unter gewissen Umständen zu schweren gesundheitlichen Störungen bei unseren Tieren führen.

Man führe sich aber dennoch vor Augen, dass ein Wurm ein Parasit ist, der ein Eigeninteresse daran hat, mit seinem Wirt in einer Symbiose zusammenzuleben und nicht, ihn zu schädigen oder gar zu töten.

Kein Hundedarm ist jemals komplett wurmfrei, aber ein gesunder und stabiler Organismus kommt nicht nur mit diesem Untermieter zurecht, vielmehr führt die Auseinandersetzung mit diesem zu einer Stimulierung und Stärkung des Immunsystems.

Es ist das Ausmaß des Wurmbefalls, das zur Unterscheidung einer behandlungsbedürftigen Parasitose oder einer noch vorhandenen Symbiose führt.

Pharmaindustrie jedoch und auch zahlreiche Tierärzte wollen den Tierbesitzern nun aber weismachen, dass nur ein komplett wurmfreier Hundedarm ein gesunder sei und so wird ähnlich wie beim Impfen , auch hier eine Praxis an den Tag gelegt, die fragwürdig ist.

Angeraten wird, den Hund viermal im Jahr zu entwurmen. Mindestens. Manche Empfehlungen lauten sogar alle 4 Wochen!

Eine pharmazeutische Firma, die unter anderem Wurmkuren für jedermann online frei erhältlich vertreibt, unabhängig von einer Tierarztpraxis, geht sogar soweit, eine regelmäßige Entwurmung als Bestandteil der „Standardpflege“ des Hundes zu bezeichnen.

Bei Entwurmungsmitteln handelt es sich um Nervengifte, die den Wurm lähmen, so dass dieser dann ausgeschieden werden kann. Diese Nervengifte aber schädigen nicht nur den Wurm- sondern auch unser Tier.

Wurmkuren wirken nicht prophylaktisch, wie leider oft fälschlicherweise angenommen wird. Sie bieten keinen Schutz vor Wurmbefall, sondern wirken nur, wenn ein tatsächlicher Wurmbefall vorliegt. Was, wenn der Hund aber überhaupt keinen Wurmbefall hat? In so einem Fall wird er völlig unnötig mit neurotoxischen Giften belastet.

 

Das Immunsystem sitzt im Darm“

 

Mit jeder Wurmkur, vor allem mit jeder unnötigen, wird die Darmflora massiv geschädigt und das Immunsystem stark beeinträchtigt.

Mit jeder Schädigung der Darmflora und Beeinträchtigung des Immunsystems wird ein Hund in Zukunft nicht nur anfälliger für weiteren, erneuten Wurmbefall , sondern auch für andere Erkrankungen, wie z.B. Allergien oder Infektionen– ein Teufelskreis.

Dass Neurotoxine Nebenwirkungen haben, dürfte nicht verwundern. Zahlreiche Hunde reagieren nach einer Wurmkur z.B. mit Juckreiz, Übelkeit, Schlappheit und Inappetenz.

Es ist anzuraten, eine Kotprobe dem womöglich unnötigen und in jedem Falle zu häufigen Einsatz dieser Chemiekeulen vorzuziehen. Hierfür wird über 3 Tage Kot gesammelt und im Labor untersucht.

Ist der Darm nachweislich „sauber“, hat man seinem Tier eine weitere Dosis Neurotoxin erspart und seinem Immunsystem einen großen Dienst erwiesen.

Liegt ein Befall vor, kann das Ausmaß darüber entscheiden, ob hier nun tatsächlich medikamentös eingegriffen werden muss oder ob sich ein naturheilkundlicher Therapieansatz lohnen könnte.

Scheint eine Wurmkur unumgänglich, sollte in jedem Fall im Anschluss eine Darmsanierung erfolgen.

Interessant ist, dass führende Allergologen im Humanbereich die Bedeutung der Parasiten für ein intaktes Immunsystem (wieder) erkannt haben und sie bei ihren Patienten, die zum Beispiel an Autoimmunerkrankungen leiden wie Morbus Crohn oder Neurodermitits, als Therapeuten einsetzen.

Was wir also eklig finden mögen, hat durchaus seinen Platz und seine Berechtigung in der Natur und spielt eine wichtige Rolle in einem harmonischem Organismus.

Ein intaktes Immunsystem ist in der Lage, dafür zu sorgen , dass der Symbiont auch einer bleibt und nicht zum schädigenden Parasiten mutiert.

Als Tierbesitzer sollten wir alle Faktoren und Maßnahmen als Bestandteil eben jener „Standardpflege“ betrachten, die das Immunsystem unseres Tieres stärken, intakt halten und stabilisieren.

Regelmäßige Entwurmungen zählen definitiv nicht dazu.

 

Hier ein empfehlenswerter, weiterführender Artikel zum Thema:

 

 

https://www.artgerecht-tier.de/hunde/d-hier-ist-der-wurm-drin-1189442503

 

©Tierheilpraktikerin Julia Holzmann, 2018